
Wir starten am Dienstag den 26.5. um 9.00 Uhr. In Horn machen wir bei der Druckerei Berger einen kurzen Halt. Wir geben die Dankschreiben für unsere Hochzeit in Auftrag. Danach geht’s weiter Richtung Wien. Nächster Halt, Peters Wohnung. Seine Blumen wollen gegossen werden und eine kleine Jause gibt’s auch. Kurz nach 12 Uhr setzen wir unsere Fahrt fort. In Graz angekommen, finden wir zwar gleich die richtige Strasse, fahren aber erst einmal am Hotel vorbei. Von der anderen Seite kommend, entdecken wir es dafür sofort. Zuerst gibt man uns ein schönes großes Zimmer, allerdings zur Straßenseite. Wir tauschen es gegen ein kleineres, nicht so schönes, aber dafür hinten hinaus. Na ja, mit unserer letzten Bleibe (Schlosshotel Lebenberg) kann es nicht ganz mithalten, aber wir sind auch nicht mehr auf Hochzeitsreise.
Am späten Nachmittag besuchen wir Freunde von Peter. Diesmal fahren wir etwas mehr zu weit (seit Peter das letzte Mal da war, haben die einen Tunnel gebaut). Wir kommen trotzdem pünktlich an und werden so richtig verwöhnt. Es gibt Champagner, Brötchen, Kaffee und Kuchen und wir werden auch noch in die Oper chauffiert. Nabucco, leider modern inszeniert, steht am Programm.
Gleich ein paar Mal zu weit, geht’s am Nachhauseweg. Irgendwie hat sich Peter total verfranst. Dem Kartenstudium zu folge müssen wir mindestens drei Mal an der Abzweigung zu unserer Strasse vorbei gefahren sein.
Beim Händewaschen in unserem Bad merke ich, dass der Wasserhahn schon ein etwas älteres Modell ist. Zuerst belächelt Peter meine nasse Hose, wenig später erscheint auch er aus dem Bad mit einem nassen Fleck auf Hose und Hemd.
Am Vormittag des 27.5. fahren wir in die SCS (Shopping City Seibersdorf) einkaufen. Peter hat versprochen einen halben Tag mit mir einkaufen zu gehen. Wir machen große Beute: 5 Paar Socken, eine Weste und ein Leiberl. Mittagessen tun wir im Nordsee um Kindheitserinnerungen aufzufrischen. Nach einem Mittagsschläfchen fahren wir mit der Straßenbahn in die Stadt. Wir sehen uns das Mausoleum und den Dom an und fahren weiter bis Schloss Eggenberg, wieder zurück und hinaus bis Maria Trost. Fast 200 Stufen sind es bis zur Kirche hinauf. Wir sind ganz schön außer Atem, aber es lohnt sich.
Die Riegersburg steht am Donnerstag auf unserem Programm. Auf dem Weg dorthin sehen wir uns Schloss Kronberg an. Hier ist gerade eine Handwerksausstellung. Ein Kochbuch „Kochen für die Liebe“ nehmen wir mit. Nicht für mich, soll ein Hochzeitsgeschenk für Peters Nichte werden. Auf der Riegersburg sehen wir uns die Greifvogelschau und die Hexenausstellung (ich war nicht dabei) an.
Am späten Nachmittag beginnt der „Ernst des Lebens“, das Eröffnungsturnier. Im ersten Durchgang gab es zwei mögliche Schlemms zu reizen. Ich hab den angesagt, der nicht geht und umgekehrt. Trotzdem schafften wir 56 % und den 10. Platz.
Im zweiten Durchgang machen wir einige Gegenspielfehler, haben aber auch viel Pech (z.B. lizitiert nur unser Gegner über 4 Herz noch 4 Pik, 5 Herz gehen aber nicht mehr). Schlussendlich landen wir mit 50 % auf dem 24. Platz, ergibt gesamt Platz 17.
Wir trinken danach noch ein Glaserl und Peter meint, soll ich fragen, ob sie ein Paar für das Team für uns hätten? Ich will schon spielen, aber nicht mit jedem. Wenn sie zu gut sind, ärgern sie sich über uns, wenn sie zu schlecht sind, ärgern wir uns über sie. Der Veranstalter hatte ein Paar für uns. Also Morgen wieder Bridge, deswegen sind wir ja da!
Diese Nacht habe ich ganz schlecht geschlafen und bin mies gelaunt aufgewacht. Nach dem Frühstück machen wir uns nach Herberstein auf, Schloss und Tierpark besichtigen. Das spazieren gehen tut gut, meine Laune bessert sich. In St. Johann essen wir köstlich und gegen 15 Uhr sind wir zurück im Hotel um unser obligates Mittagsschläfchen zu machen.
Unsere Team-Partner stecken auf der Autobahn fest wird uns vom Veranstalter mitgeteilt. Fängt ja gut an. Wir beginnen trotzdem mit dem Spiel, da meint der Turnierleiter, unser Team soll mit der Pause beginnen. Wir werfen die Karten zusammen, da erscheinen unsere Komplementäre. Und schon mischen wir wieder auf. Wir verlieren das erste Match 4:25, das zweite 9:21, danach haben wir Pause. Der am Tabellenende liegende braucht nicht zu spielen und bekommt dafür 18 Punkte. Soviel haben wir bisher insgesamt noch nicht erspielt. Der größte Blödsinn von uns war ein Lizit-Missverständnis und wir spielen in 4-1-Fit anstatt im 5-4-Fit, ergibt 14 IMP’s für die Gegner (auch ohne dieses hätten wir das Match nicht gewonnen). In der 4. Runde spielen unsere Gegner wirklich schlecht und wir glauben: diesmal gewinnen wir. Aber unser Partner machen es noch besser (z.B. fallen unsere Gegner in 4 Herz dreimal, aber unsere Partner in 3 Ohne fünfmal in einer Partie wo man 21 Punkte in gemeinsamen Händen hat). Also wieder nichts. 12:18 geht es diesmal aus. Insgesamt sind wir am vorletzten Platz.
Diesmal trinken wir zwei Achterl.
30.5. Heute habe ich Geburtstag und zum ersten Mal herrscht richtiges Sauwetter. Meine Mädchen rufen an und gratulieren (auch ohne Handy kann man uns erreichen) und Peter macht mit mir einen Einkaufsbummel. Ich darf mir mein Geschenk selber aussuchen. Leider finde ich nur einen Schal. Es macht einfach keinen Spaß bei diesem Wetter. Dafür sehen wir uns noch Stift Rein an, nicht weit von Graz. Heute haben wir nicht soviel Zeit, das Turnier beginnt bereits um 15.00 Uhr. Und es beginnt gut, wir gewinnen die ersten zwei Matches mit 23:7 und 22:8. Danach sind wir auf Tisch 8 (ich hasse diese Zahl) und verlieren prompt wieder 7:23 und auch in der 8. Runde verlieren mit 8:22. Versöhnlich war der Abschluss mit einem klaren 23:7 und insgesamt Rang 16 von 23 Teams. Und unsere Team-Partner freuen sich über 78 gewonnene Meisterpunkte.
Wir hatten wieder ein grobes Lizit-Missverständnis: Ich bin der Teiler und passe, der Gegner lizitiert 2 Herz, Peter 2 Ohne (Unterfarben), der Gegner 4 Herz. Ich bin wieder dran. Ich halte Pik KDT9xxx, Hxxx, Kxx und Tx und lizitiere 4 Pik. Wir sind grün, die Gegner rot. 4 Herz erfüllen die Gegner sicher. Wir haben ja nach dem letzten Missverständnis besprochen, wenn der Partner einen Zweifärber lizitiert und ich will seine bessere Farbe hören, dann Kontra, also muss 4 Pik richtig sein. Kaum habe ich das gedacht, legt Peter schon 5 Treff heraus und fällt 5 mal. Er erklärt seine Überlegungen dazu: In dieser Höhe muss ein Kontra ein Strafkontra sein, also steht dieses Gebot für die Frage nach der besseren Farbe des Zweifärbers nicht zur Verfügung, also fragt das nächste mögliche Gebot nach der besseren Farbe….
Es ist gut ausgegangen. Der Gegner erfüllt tatsächlich 5 Herz, macht also 650, so hat er nur 250 angeschrieben. Kontriert wurden wir nicht, da man Angst hatte wir würden dann 5 Pik spielen. 4 Pik kann man übrigens erfüllen.
Peter isst vor dem Schlafen gehen noch ein Stück Torte. Schließlich hab ich ja Geburtstag. Und ich krieg mein Achterl (oder waren es mehr?).
Am Sonntag dem 31.5. gehen wir in Maria Trost zur Hl. Messe. Es wird eine Mozart-Messe dargeboten und drei Ehepaare feiern ihr 60-jähriges bzw. 50-jähriges Hochzeitsjubiläum (das werden wir nicht mehr ganz schaffen). Weiz ist unsere nächste Station, auch da gibt es eine Wallfahrtskirche. Später gehen wir noch im Park vom Schloss Eggenberg spazieren. Die Pfauen dort überschlagen sich förmlich mit ihren Rädern. Sogar ein rein weißer ist darunter.
Beim Hauptpaarturnier haben wir Startnummer 8. Meine Freude darüber könnt ihr Euch vorstellen. Im ersten Durchgang sind wir Nord-Süd, dass heißt wir sitzen auf Tisch 8 fest. Karl und Marina aus St. Pölten sitzen auf Tisch 7 und bekommen die Boards von uns. Karl meint nach dem 1. Durchgang zu Peter: Ihr seid besser als wir. Er sollte nicht recht behalten, aufs Hundertstel genau gleich sind wir mit 57,03 %. Tadellos, vielleicht hat sich Tisch- und Paarnummer aufgehoben?
Am Montag ist packen angesagt. Danach ist noch Zeit für einen Spaziergang. Wir marschieren zum nahe gelegen Zentralfriedhof. Jochen Rindt hat dort sein Ehrengrab.
Den zweiten Durchgang, diesmal sind wir 8 Ost-West, beginnen wir mit unserer besten Partie. Wir lassen den Gegner auf 800 fallen (schon wieder eine 8). Und das war’s dann auch. Das Spielglück ist uns abhanden gekommen. Sicher haben wir auch einige Fehler gemacht, aber Großteils konnten wir uns nicht wehren. Ein älteres Damenpaar hat gegen uns 6 Herz lizitiert, die sonst niemand angesagt hat. Dabei hat die Alleinspielerin mit einem As und einem Chicane nach Assen gefragt. Ihre Partnerin hatte eines. Es war zufällig das Richtige. Oder ein andermal stelle ich im Lizit fest, dass uns zwei Asse fehlen und sage trotz 6-3-Fit in Pik jetzt 5 Ohne an. Wir spielen ein Paarturnier, das zählt mehr. Und was steht am Boardzettel: Einige haben 6 Pik gespielt, einer sogar 6 Ohne und erfüllt. Die Gegenspieler haben ihre Asse nicht abgezogen.
Na ja nicht jammern, manchmal läuft es einfach nicht. Knapp über 44 % sind’s im 2. Durchgang geworden, insgesamt Platz 30.
Marina und Karl haben uns glatt abgehängt, gratuliere!
Es war eine sehr schöne Woche für uns. Wir haben viel gesehen, einige nette Leute kennen gelernt und auch bridgemäßig ein bisschen was dazu gelernt.
Danke schön an Euch alle!
| Letzte Änderung: 13.12.2008 |